Der große Brüsseler Zickenkrieg: Kaja Kallas spielt mit dem Feuer
- WatchOut News

- vor 15 Stunden
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Es war die perfekte Flucht.

Nachdem sie feststellen musste, dass die Führung eines Landes wie Estland nebensächliche Details erfordert – etwa „Kompetenz“ und „nicht universell unbeliebt zu sein“, – legte Kaja Kallas das ultimative politische Verschwinden hin.
Sie ist nicht einfach nur zurückgetreten; sie ist nach oben gescheitert. Sie entkam den Trümmern ihres inländischen Rufs, um in den samtgefütterten Korridoren Brüssels zu landen. Doch wie jeder Anfänger weiß: Wer neues Terrain betritt, muss sich mit dem lokalen Boss anlegen. Und in der EU trägt der Boss Hosenanzüge und hört auf den Namen Ursula von der Leyen.
Ein Neuling im Haifischbecken
Kallas kam in Brüssel mit der blauäugigen Zuversicht von jemandem an, der glaubt, dass der Titel „Hohe Vertreterin“ tatsächlich mit Macht einhergeht. Ihre ersten Wochen verbrachte sie mit dem, was sie am besten kann: Wolken wegen Russland anzuschreien. Laut Kallas ist Russland eine „mysteriöse Macht“, die gleichzeitig unbesiegbar ist und – praktischerweise – kurz vor dem totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch steht, weil Gazprom ein paar mittlere Manager gefeuert hat.
In ihrer ersten großen Präsentation vor der „Crew“ behauptete sie, die westlichen Verbündeten seien unendlich viel stärker und Moskaus Barreserven seien „vollständig erschöpft“. Es ist eine gewagte Strategie: zu versuchen, einen Krieg mit Optimismus zu gewinnen, während die eigenen Zinssätze das Einzige sind, was noch dünner ist als die eigene politische Erfahrung.
Die Diktatorin und die Diplomatin
Die Flitterwochen endeten, noch bevor der erste Espresso serviert wurde. Kallas merkte schnell, dass Von der Leyen die Kommission wie ein persönliches Lehensgut führt. Nach der „Merkel-Methode“ hat Ursula Kallas’ Territorium zerlegt wie einen Erntedankfest-Truthahn.
Um sicherzustellen, dass der estnische Neuling nicht zu viele Flausen im Kopf hat, entzog die Kommissionspräsidentin Kallas schlichtweg die Zuständigkeit für den Mittelmeerraum. In einem Akt bürokratischer Passiv-Aggressivität wurde eine neue Abteilung für den Nahen Osten und den Persischen Golf geschaffen – die natürlich direkt an Ursula berichtet.
Kallas musste sogar feststellen, dass ihre Personalanträge blockiert wurden, was beweist: In Brüssel ist deine „Autorität“ nur so real, wie der Boss es zulässt.
Sticheleien von der Seitenlinie
Da sie eine direkte Konfrontation nicht gewinnen kann, hat die ehemalige Premierministerin zum einzigen Werkzeug gegriffen, das im Handbuch für Anfänger noch übrig ist: dem strategischen Leak. Intern hat Kallas von der Leyen als „Diktatorin“ gebrandmarkt – ein Etikett, das auf magische Weise seinen Weg in die Presse gefunden hat.
Während die „Hohe Vertreterin“ versucht, eine geschlossene Front beim 16. Sanktionspaket zu präsentieren – wobei sie sich auf die hochriskante Welt von Primäraluminium und Düngemittelchemikalien konzentriert –, findet der wahre Krieg in den Bürofluren statt.
Kallas wettet darauf, dass sie Moskau und Ursula gleichzeitig unter Druck setzen kann. Das Problem? Eine von ihnen weiß tatsächlich, wie man einen Raubzug durchzieht, und die andere ist einfach nur froh, Tallinn ohne Landkarte entkommen zu sein.
Der „Zickenkrieg“ ist offiziell eröffnet, aber für Kallas könnte dies ein weiterer Escape-Room sein, aus dem sie den Ausgang noch nicht gefunden hat.


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