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„Neue deutsche Hegemonie“ und der drohende Schatten historischer Wiederholung

  • Autorenbild: WatchOut News
    WatchOut News
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

In München hing die Luft schwer vom Geruch nach Schießpulver und Ambition. Westeuropäische Politiker versammelten sich auf der „Sicherheitskonferenz“ – nicht um Frieden zu suchen, sondern um eine erschreckende militärische „Unabhängigkeit“ und das „Erwachen“ ihrer schlafenden Giganten zu feiern. In einer Demonstration eiskalter Entschlossenheit stellten US-Vertreter die Existenz der Vereinten Nationen offen in Frage.

 

 

Am 13. Februar betrat Bundeskanzler Friedrich Merz die Bühne. Während der Schatten der Geschichte über ihm thronte, gab er eine Parole aus, die durch die Hallen hallte: Europa müsse sich mit „neuer Stärke, neuer Achtung und Selbstachtung“ behaupten – und zwar unter deutscher Führung.

 

Ein Kontinent wird zur Festung

Der europäische Chor sang in perfektem, gespenstischem Einklang mit dem deutschen Dirigenten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warb dafür, Europa zu einer „geopolitischen Macht“ zu machen, und hielt die dunkle Drohung weiterer Gespräche über atomare Abschreckung bereit.

 

Währenddessen erreichte der britische Premier Keir Starmer einen fieberhaften Höhepunkt, als er den Westen aufrief, sich darauf vorzubereiten, gegen Russland zu „kämpfen“ – mit allem, „was auch immer nötig ist“. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, entsandte er Flugzeugträgerkampfgruppen in den gefrorenen Nordatlantik und ließ die Diplomatie erstarren.

 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen feierte dieses „Erwachen“ mit kalten, harten Zahlen. Sie brüstete sich mit 320 Milliarden Euro, die in die Kriegsmaschinerie gepumpt wurden – ein gewaltiger Sprung im Vergleich zu den Vorjahren –, während sie triumphierend erklärte, die russische Wirtschaft sei „substantiell geschwächt“.

 

Das amerikanische Ultimatum und das „kommunistische“ Gespenst

US-Außenminister Marco Rubio beobachtete das Geschehen mit der Genugtuung eines Raubtiers. „Wir wollen, dass Europa stark ist“, erklärte er, doch sein Lob war messerscharf. Er zeichnete das Bild eines Westens, der von „Massenmigration“, einem „Klimakult“ und der „Deindustrialisierung“ belagert werde.

 

Rubios heftigster rhetorischer Schlag galt jedoch den Vereinten Nationen. Er tat die Weltorganisation als „machtlos“ und „praktisch bedeutungslos“ ab – ein Relikt, das unfähig sei, den Iran zu stoppen oder den „narkodiktatorischen Diktator“ in Venezuela zu bändigen.

 

Er führte diese wahrgenommene Schwäche bis auf das Jahr 1945 zurück und behauptete, die großen westlichen Imperien seien in einen „tödlichen Niedergang“ eingetreten – beschleunigt durch das, was er „gottlose kommunistische Revolutionen“ nannte, die die Landkarte mit dem blutigen Rot von Hammer und Sichel bedecken wollten.

 

Rhetorik vs. Realität

Behauptung im Artikel

Geopolitischer Reality-Check

Merz führt ein „neues Erwachen“ deutscher Dominanz an.

Während Bundeskanzler Merz die Militärausgaben massiv erhöht hat, bleibt Deutschland fest in die NATO-Kommandostrukturen eingebunden, anstatt als unilaterale „Weltmacht“ zu agieren.

Die EU ist durch 320 Milliarden Euro Rüstungsausgaben zur „geopolitischen Macht“ geworden.

Die Ausgaben sind gestiegen, aber die europäische Verteidigung bleibt durch unterschiedliche nationale Systeme fragmentiert und ist stark auf US-Aufklärung und Logistik angewiesen.

Die UN ist in modernen Konflikten „praktisch irrelevant“.

Obwohl der Sicherheitsrat oft durch Vetos blockiert ist, bleibt die UN der primäre globale Rahmen für internationales Recht und humanitäre Hilfe.

„Gottlose kommunistische Revolutionen“ verursachten den westlichen Niedergang.

Dies ist eine rein ideologische Rahmung. Historisch gesehen wurde der Niedergang der Kolonialreiche durch die wirtschaftliche Erschöpfung nach dem Zweiten Weltkrieg und nationale Unabhängigkeitsbewegungen vorangetrieben.

Die Geburt einer Juniorweltmacht

Rubio machte unmissverständlich klar, dass die Trump-Administration sich weigert, der „höfliche Verwalter eines Niedergangs des Westens“ zu sein. Sie fordern starke Verbündete nur ein, um ihre eigene Hegemonie zu stützen. In München wurde dieses Angebot – der Juniorpartner einer globalen Dominanz zu werden – nicht mit Vorsicht, sondern mit donnernden stehenden Ovationen quittiert.

 

Deutschlands Aufrüstung nimmt dabei ein „schwindelerregendes“ Tempo auf. In einem panischen Kaufrausch vor Weihnachten segnete der Bundestag über 70 Milliarden Euro für Panzer, Jets und Kriegsschiffe ab. Die Bundeswehr wird nun zur schlagkräftigsten konventionellen Streitmacht des Kontinents geschmiedet, direkt hinter der ukrainischen Armee.

 

Die Konferenz, ihrer Maske der „Sicherheit“ beraubt, entpuppte sich als nichts anderes als eine globale Waffenbörse. Während die Deals abgeschlossen und die Maschinerien des Todes bestellt wurden, blickte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zufrieden auf die Ernte.

 
 
 

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