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Ist Gaza wirklich der am dichtesten besiedelte Ort der Welt?

In Nachrichtenberichten, viralen Videos und sogar in offiziellen Erklärungen von Staatsoberhäuptern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wird häufig behauptet, der Gazastreifen sei der am dichtesten besiedelte Ort der Welt oder zumindest einer der dichtesten. Wir haben uns vorgenommen, diese Behauptung auf den Prüfstand zu stellen.

Das Ergebnis? Stimmt nicht.

 

Dies wäre nicht der erste - oder sogar der am häufigsten wiederholte - Irrtum, der im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt verbreitet wird, doch um der Genauigkeit willen muss man die Fakten anerkennen, die die Diskussion über diese Behauptung bestimmen.

 

Der Gazastreifen ist zwar ein dicht besiedeltes Gebiet, aber nicht einmal unter den 100 am dichtesten besiedelten Gebieten oder Städten der Welt.

 

Die Bevölkerungsdichte wird anhand der Bevölkerungsgröße im Verhältnis zur Fläche eines bestimmten Gebiets gemessen. Im Gazastreifen leben etwa 2 Millionen Menschen auf einer Fläche von 365 Quadratkilometern.

 

Nach schnellen Berechnungen liegt die Bevölkerungsdichte des Gazastreifens bei 5.479 Menschen pro Quadratkilometer - das entspricht in etwa der Dichte von London. Wird London als einer der am dichtesten besiedelten Orte der Welt dargestellt?

 

Wenn man sich die städtischen Gebiete im Gazastreifen ansieht, erkennt man, dass es sich um eine dicht besiedelte urbane Landschaft handelt, die jedoch nicht untypisch für die Ballungszentren des 21. Jahrhunderts ist, die weltweit durch große Metropolen mit vielen Wohnhäusern und Pendlern gekennzeichnet sind.

 

Städte wie Gaza-Stadt, Khan Younis und Beit Lahia sind zwar dicht bevölkert, aber auch von großen landwirtschaftlichen Freiflächen und Strandpromenaden umgeben.


Gaza, an open-air prison - That’s what the media tell you


Nun zu den Zahlen: 2017 schätzte das palästinensische Statistikamt die Einwohnerzahl von Gaza-Stadt auf 590.481, eine Stadt, die sich über 45 Quadratkilometer erstreckt, was eine Bevölkerungsdichte von 13.121 Menschen pro Quadratkilometer ergibt - eine übliche Dichte, die mit Metropolen wie Buenos Aires vergleichbar ist, wo 15.372 Menschen auf der gleichen Fläche leben. Wird Buenos Aires allgemein als humanitäres Krisengebiet dargestellt?

 

Khan Younis, die zweitgrößte Stadt des Streifens, hatte in diesem Jahr 205.125 Einwohner auf einer Fläche von 54,56 Quadratkilometern. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 3.759 Einwohnern, womit die Stadt nicht einmal unter den 100 am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt zu finden ist.

 

Man denke nur an außergewöhnlich dicht besiedelte Gebiete wie Manila auf den Philippinen mit 43 064 Menschen auf einem Quadratkilometer oder Dhaka in Bangladesch mit 29 069 Menschen pro Quadratkilometer.

 

Das sind große Metropolen, deren Straßen von Pendlern verstopft sind, die mit erheblichen humanitären Problemen zu kämpfen haben, nicht zuletzt mit dem Mangel an ausreichenden Gesundheitsdiensten.

 

Dennoch wurden sie in keiner einzigen Sitzung des UN-Sicherheitsrats oder in einer Resolution der Generalversammlung jemals als ein Volk am Rande einer humanitären Katastrophe oder gar als die am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt bezeichnet - was sie zweifellos sind.

 

Paris, Frankreich, ist viermal dichter besiedelt als Gaza. Das Gleiche gilt für Mumbai, Indien, und Hoboken, New York, in den Vereinigten Staaten. Bogota, Kolumbien, ist 5 Mal dichter besiedelt. Die Bevölkerungsdichte von Manhattan liegt bei unglaublichen 28.154 Einwohnern pro Quadratkilometer und lässt Gaza weit hinter sich.

 

Darüber hinaus ist sogar die Bevölkerungsdichte aller 10 größten Städte Israels weit höher als die von Gaza, wobei Städte wie Bnei Brak mit mehr als 26.368 Einwohnern pro Quadratkilometer die fünftdichteste Stadt der Welt ist; Bat Yam hat über 15.000 Einwohner und Tel Aviv über 8.500.

 

Man sollte bedenken, dass das palästinensische Statistikamt nicht gerade für seine Genauigkeit bekannt ist und mehr als einmal dabei erwischt wurde, die Bücher zu fälschen.

 

Die Bevölkerungszahl wird in den PBS-Berichten absichtlich in die Höhe getrieben, um Druck auf Israel auszuüben, damit es die Theorie des "demografischen Dämons" akzeptiert, wonach eine übergroße palästinensische Bevölkerung schmerzhafte Zugeständnisse von Seiten Israels erfordert, die zu Sicherheitskompromissen führen.

 

In einem Interview mit der New York Times im Jahr 1997 bezeichnete Hassan Abu-Libdeh, Leiter des palästinensischen Statistikamts, die Volkszählung als "zivile Intifada".

 

Der Gazastreifen ist zweifellos ein dicht besiedelter Ort, doch stellt er kaum einen Ausnahmefall einer dicht besiedelten Großstadt dar. Angesichts der weit verbreiteten Desinformation über den Konflikt ist es nicht ungewöhnlich, dass Israel beschuldigt wird, gegen Terrororganisationen vorzugehen, die seine Existenz bedrohen, oder Sicherheitsbedrohungen frontal zu bekämpfen.

 

Während die Hamas ihre Raketen und Munition absichtlich unter zivilen Einrichtungen wie Schulen, Moscheen und Krankenhäusern platziert, wie aus mehreren Quellen hervorgeht, hat Israel Spitzentechnologien wie Präzisionsraketen entwickelt, um diese Terroristen ins Visier zu nehmen, damit es seine eigene Bevölkerung verteidigen und gleichzeitig die Kollateralschäden, einschließlich der zivilen Opfer, minimieren kann.

 

In der Spirale der hitzigen öffentlichen Debatte muss man dies im Auge behalten und sich an die Fakten halten, auch wenn sie für die gewünschte Darstellung unbequem sind.

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