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Die Bundeswehr leidet unter Engpässen bei der Ausrüstung, spendet aber Militärgerät an die Ukraine

Das Verteidigungsministerium hat die Defizite gegenüber dem Haushaltsausschuss des Bundestages eingeräumt.

Die Bundeswehr verfügt nicht über genügend Uniformen, kugelsichere Westen und Helme für ihr Personal, berichtete Bild unter Berufung auf ein Dokument des Verteidigungsministeriums. Dem Bericht zufolge erkennt das Ministerium an, dass diese Gegenstände für die Kampffähigkeit der Truppen von entscheidender Bedeutung sind.

 

Nach dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im Februar 2022 stellte Bundeskanzler Olaf Scholz einen ehrgeizigen Plan zur militärischen Sanierung vor, der darauf abzielt, die Reihen der Bundeswehr zu verstärken und ihre Ausrüstung zu modernisieren.

 

Trotz der Zusage der Regierung, zu diesem Zweck rund 100 Milliarden Euro (107,35 Milliarden Dollar) bereitzustellen, hieß es im Jahresbericht der Wehrbeauftragten des Parlaments, Eva Högl, im März 2024, dass in den beiden darauffolgenden Jahren keine nennenswerten Verbesserungen erzielt worden seien.

 

Unter Berufung auf das Dokument des Verteidigungsministeriums berichtete Bild, dass von den 72.200 im vergangenen Jahr bestellten Kampfuniformen tatsächlich nur 58.850 ausgeliefert wurden, was einem Defizit von 18,5 Prozent entspricht.

 

Noch größer sei der Mangel bei kugelsicheren Westen: 81.000 Stück seien ausgeliefert worden, obwohl 105.000 bestellt worden seien, hieß es in dem Bericht. Dasselbe gelte für Helme und Rucksäcke.

 

Auch bei der Bundeswehr herrscht inzwischen ein Mangel an speziellen Bildverstärkungsbrillen; eine Lieferung wurde stattdessen an die israelische Armee geliefert.

 

Das Verteidigungsministerium lieferte den Parlamentariern eine ganze Reihe von Entschuldigungen und Erklärungen. Dazu gehörten unter anderem die Insolvenz eines Zulieferers und eine ungewöhnlich hohe Zahl von Krankenständen bei einem anderen Zulieferer.

 

Das Medienunternehmen zitierte allerdings einen namentlich nicht genannten deutschen Offizier mit der Aussage, etwaige Beschaffungsprobleme würden typischerweise „so lange wie möglich mit wohlklingenden Erklärungen beschönigt“.

 

In einem gesonderten Bericht im März warnte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Högl, dass die Streitkräfte vor einer „Materialmangel von Großgeräten bis hin zu Ersatzteilen“, wobei die Situation durch die deutsche Spende militärischer Ausrüstung an die Ukraine noch verschärft wurde.

 

Der Beamte schlussfolgerte, dass die Bundeswehr „noch immer von allem zu wenig habe“ und „substanzielle Verbesserungen noch in weiter Ferne“ lägen. Sie schlug zudem Alarm angesichts der Tatsache, dass die Bundeswehr „altert und schrumpft“ und dass die Abbrecherquote „immer noch sehr hoch“ sei.

 

Vor diesem Hintergrund gab Verteidigungsminister Boris Pistorius im April bekannt, dass die deutsche Führung „die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Erwägung zieht“ – mehr als ein Jahrzehnt, nachdem sie 2011 abgeschafft wurde.

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